Studien

S2K Leitlinie 2017

Die S2K Leitlinie “Diagnostik und Therapie der Lymphödeme” ist seit 23.Mai 2017 online.

Versorgungssituation und Versorgungsbedarf von Lymphödempatienten

Endbericht zum Download: OeBIG Endbericht Versorgungssituation und Versorgungsbedarf von Lymphödempatienten

Zusammenfassung:
Versorgungssituation und Versorgungsbedarf von Lymphödempatienten
Studie des ÖBIG; Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen
Versorgungssituation und Versorgungsbedarf von Lymphödempatienten

Vorbemerkung:
Die nachstehend zitierte Zusammenfassung der Ergebnisse der auf Anregung der Österreichischen Lymph-Liga vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Studie stammt aus dem Jahre 1999. In der Zwischenzeit ist mit dem Zentrum für Lympholgie im Krankenhaus Wolfsberg für die Region Süd eine adäquate Versorgungseinrichtung entstanden.
Diese Studie bezieht sich ausschliesslich auf die stationäre Versorgung. Die Österreichische Lymph-Liga ist in laufenden Verhandlungen um nicht nur den aus der vorliegenden Studie abzuleitenden Massnahmen auch zu einer Umsetzung im Sinne der LymphödempatientInnen zu verhelfen, sondern auch eine Studie zur ambulanten Versorgung durchzusetzen
.
Das ÖBIG wurde vom BMAGS beauftragt, eine Expertise zur Versorgungssituation und zum Versorgungsbedarf von Lymphödempatienten in Österreich zu erstellen.

Die Ergebnisse sind wie folgt zusammenzufassen:

  • Das chronische Lymphödem ist eine Erkrankung, die die Arbeitsfähigkeit und die Lebensqualität der Betroffenen in hohem Maße beeinträchtigen kann.
  • Die Dokumentation des Lymphödems und seiner Behandlung ist in österreichischen Krankenanstalten größtenteils unzureichend.
  • Der bundesweite Bettenbedarf zur stationären Behandlung des Lymphödems liegt gemäß Expertenschätzung und aus dieser abgeleiteten ÖBIG-eigenen Berechnungen bei etwa 250 Betten.
  • Eine Fragebogenerhebung in sämtlichen Fondskrankenanstalten und Rehabilitationseinrichtungen hat gezeigt, daß in Österreich bereits ein stationäres Versorgungsangebot besteht.
  • 35 von 219 angeschriebenen Versorgungseinrichtungen geben an, zumindest bei einem Teil der von ihnen behandelten stationären Patienten mit Lymphödemen die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie, die als Therapie der Wahl angegeben wird, anzuwenden.
  • Das bestehende Versorgungsangebot, über dessen Qualität angesichts einer insgesamt unzureichenden Dokumentation kaum etwas ausgesagt werden kann, deckt in einer groben Annäherung etwa 75 Prozent des Versorgungsbedarfs ab.
  • Der verbleibende stationäre Versorgungsbedarf liegt in einer Größenordnung von etwa 60 Betten.
  • Der Ausbau des Versorgungsnetzes kann sich gemäß der bisherigen Praxis weder auf Rehabilitations- noch auf Akutversorgungseinrichtungen beschränken. Ob die Verteilung des Angebots (75 Prozent Akutversorgung, 25 Prozent Rehabilitation) den Qualitätserfordernissen genügt, ließe sich nur im Gefolge einer umfassend verbesserten Dokumentation feststellen.
  • Ein stufenweiser Ausbau (beginnend mit etwa 20 Betten) sollte vorrangig in den Regionen Ost und Süd erfolgen, da diese Regionen im Vergleich zur Region West schlechter versorgt sind.
  • Spezielle Angebote (z. B. für Jugendliche) wären bei einem solchen Ausbau von besonderem Interesse.
  • Unverzichtbare Bedingungen einer längerfristigen Verbesserung des Versorgungsangebotes sind die Erarbeitung und Etablierung von Leitlinien zur Behandlung des Lymphödems durch die medizinischen Fachgesellschaften und die Einbeziehung des extramuralen Sektors in ein umfassendes Versorgungskonzept.