MEDIEN-INFORMATION
Mehr als 130.000 Betroffene in Österreich
Lymph-Liga kämpft bei Ministerium für bessere Versorgung
(Wien, 27. Juni 2006) Bessere und vor allem österreichweit gleiche Behandlung der mehr als 130.000 an Lymphödemen erkrankten PatientInnen fordern Vertreter der Österreichischen Lymph Liga (ÖLL) von Gesundheitsministerium und Sozialversicherungen.
Anlässlich eines Informationsgespräches überreichte der Präsident der Österreichischen Lymph Liga, Prim. Dr. Walter Döller, Vertretern des Gesundheitsministeriums und des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger ein Forderungspapier. Döller: ≥Es geht zunächst um die Anerkennung des Lymphödems jeglichen Ursprungs (angeboren/primäre) und erworbene (sekundäre) als behandlungsbedürftige Erkrankung, denn oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Lymphödeme nur im Zuge von Krebserkrankungen, etwa nach Brustkrebsbehandlungen, auftreten können. Tatsächlich sind aber mehr als 130.000 Patienten in ganz Österreich von der Lympherkrankung betroffen!„
Die Lymph-Liga verlangt konkret unter anderem die umfangreichere und österreichweit einheitliche Kostenübernahme der ˆ zumeist lebenslang benötigten ˆ Heilbehelfe wie Kompressionsverbände und Bandagematerial, aber auch standardisierte Ausbildungsordnungen für Lymphtherapeuten. Ebenso sollen Mindeststandards für die ambulante und stationäre Rehabilitation erstellt werden. Eine Umfrage der Lymph Liga unter Österreichs Sozialversicherungen ergab ein Wirrwarr verschiedenster Leistungen und Angebote. Je nach Bundesland oder Berufszugehörigkeit werden Rehabilitation oder Kompressionsbehelfe von der Kasse bezahlt oder müssen von den PatientInnen selber aufgebracht werden.
Lymphliga-Präsident Döller, Ärztlicher Leiter eines von insgesamt zwei in Österreich bestehenden Zentren für lymphologische Rehabilitation (Wolfsberg, Kärnten, und Walchsee, Tirol), erhielt bei der Aussprache im Gesundheitsministerium von betroffenen Mitgliedern der Lymph Liga sowie Ärzten und Therapeuten massive argumentative Unterstützung. Im Gegensatz zu anderen PatientInnen bekommen Lymphödemerkrankte nach wie vor sowohl medizinisch als auch sozial viel zu wenig Hilfestellung.
Vertreter des Gesundheitsministeriums sagten zu, eine Arbeitsgruppe einzuberufen, die gemeinsam mit Lymph Liga und Sozialversicherern Maßnahmen und Richtlinien erarbeiten wird.
Hintergrund:
So funktioniert das Lymphatische System
Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. Kommt es zu einer Störung des Abtransportes bzw. der Transportkapazität , bleibt die Flüssigkeit und das Eiweiß im Gewebe zurück und es entsteht eine Schwellung - das Lymphödem. Nach Brustkrebsoperationen tritt das Lymphödem auf, aber es gibt auch viele Fälle, bei denen die Krankheit schon von Geburt an besteht oder nach Verletzungen ausbricht. Die PatientInnen müssen oft ein Leben lang teure Kompressions-Maßstrümpfe und aufwändige Bandagen tragen und ebenso aufwändige Behandlungen über sich ergehen lassen.
Interessenten und Betroffene bekommen unter der Telefonnummer 0 26 72/84 473 bzw. auf der Homepage www.lymphoedem.at alle Informationen über die Krankheit, Therapien und Lymphliga.
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