Jetzt hat man also ein Lymphödem. Die Bewegung ist stark eingeschränkt, weil man den Arm, das Bein (beide Beine, beide Arme?) stark angeschwollen hat, die Haut spannt, die Kompressionsstrümpfe rutschen, jede Tätigkeit wird mühsam.
Kurz und gut - Sport ist plötzlich unbequem und lästig und jede Ausrede, sich nicht bewegen zu müssen, ist willkommen: es ist zu heiß, man hat zu viel zu tun ....
Ups! Hab ich Sie jetzt damit erwischt? Halten Sie es auch wie Winston Churchill mit den Worten "no sports"?
Ich kann Ihnen sagen: tun Sie's nicht. Verfallen Sie nicht in Lethargie, nur weil es schwierig scheint, mit Bewegungstherapie anzufangen!
Es gibt für jeden von uns Betroffenen die Möglichkeit, ein bisschen mehr Lebensqualität wiederzuerlangen. Womit? Einfach damit, sich zu bewegen. Und sagen Sie bitte nicht, ich bewege mich ja sowieso - von meinem Schreibtisch zur Kantine und zurück oder ich muß ja meinen Haushalt betreuen. Das ist zwar auch eine Art von Bewegung, aber es handelt sich nicht um gezielte Bewegungsabläufe. Und gerade die sind für uns Lymphpatienten unglaublich wichtig!
Versuchen Sie es doch einmal mit langen Spaziergängen. Beginnen Sie mit täglich einer halben Stunde flotten Gehens (besser wäre eine Nordic Walking-Runde) und steigern Sie jeden Tag die Zeit, bis Sie auf einer guten Stunde angelangt sind.
Wenn man jede Woche nur drei- bis viermal jeweils eine Stunde flott geht - ob mit oder ohne Nordic Walking Stöcke - wird bald das Stiegensteigen keine Mühe mehr machen, der Körper fühlt sich insgesamt wohler und - der wohl schönste Nebeneffekt - das Lymphödem könnte dadurch auch ein wenig kleiner werden. (Allerdings nur dann, wenn man während des Gehens nicht auf die Kompressionsversorgung verzichtet.)
Erfolg macht süchtig: hat man sich erst einmal dran gewöhnt, dann möchte man den täglichen Spaziergang gar nicht mehr missen. Und noch eine kleine Bitte: lassen Sie sich nicht durch "schlechtes" Wetter davon abhalten: abgesehen davon, dass man mit der entsprechenden Kleidung in jeder Witterung eine Stunde im Freien verbringen kann, tut es auch der seelischen Stimmung gut. Man kommt stets besser gelaunt nach Haus, als man weggegangen ist.
Also: treffen wir uns morgen bei unserer täglichen Runde?
Ihre
Ingrid Kleindienst
Neudorferstraße 38, A 5020 Mödling
Tel: 02236 893 236, Fax: 02236 893 236
ingrid.kleindienst@aon.at
http://www.fengshui-austria.com
nützliche Links zu diesem Thema:
Sport und Brustkrebs
Literatur
Krafttraining für Brustkrebspatientinnen - ein Ding der Unmöglichkeit? von Nicole Severin
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