MEDIEN-INFORMATION
Medizin/Soziales/Gesundheit/Lymphödem
Lymph-Liga veröffentlicht Umfrage
Kassen bringen unterschiedliche Leistungen
Mehr Therapie und mehr Rehabilitation gefragt
(Wien, 16. Februar 2006) Unterschiedlichste Leistungen ˆ bei Rehabilitationsaufenthalt, Verbandsmaterial, Therapien ˆ geben Österreichs Krankenkassen jenen Versicherten, die an einem Lymphödem erkrankt sind.
Das ergab eine Umfrage unter allen Österreichischen Krankenkassen, die die Interessensvereinigung Österreichische Lymphliga in den vergangenen Wochen unter allen Österreichischen Krankenkassen durchgeführt hat.
≥Die PatientInnen müssen oft ein Leben lang teure Kompressions-Maßstrümpfe und aufwändige Bandagen tragen, und ebenso aufwändige Behandlungen über sich ergehen lassen„, erklärt Primarius Dr. Walter Döller, Präsident der Österreichischen Lymphliga in aller Kürze die komplexe Erkrankung. Diese ist nicht nur ein medizinisches, sondern in hohem Ausmaß auch ein psychosoziales Problem für PatientInnen und Angehörige.
Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. Kommt es zu einer Störung des Abtransportes bzw. der Transportkapazität, bleiben die Flüssigkeit und das Eiweiß im Gewebe zurück und es entsteht eine Schwellung - das Lymphödem.
Dass bei der Therapie den Sozialversicherungsträgern eine wichtige ökonomische Funktion zukommt, zeigt sich immer wieder bei Klagen von PatientInnen bei der Österreichischen Lymph Liga, die verschiedene Leistungen bei ihrer Krankenkasse einreichen, deren Bezahlung jedoch nicht immer bewilligt bekommen.
Rehabilitationsaufenthalte sind meist öfter ˆ manchesmal mehrmals jährlich ˆ notwendig. Auch regelmäßige ambulante Behandlungen (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie, bestimmte krankengymnastische Übungen und Hautpflege) sind oft lebenslang regelmäßig und in ausreichendem Ausmaß nötig.
Kompressionsstrümpfe nach Maß (die mind. 1/2 jährlich erneuert und zum Wechseln doppelt angefertigt werden müssen) kosten mehrere hundert Euro.
Lymph-Liga Präsident Döller: ≥Was die Krankenkassen bezahlen ist für PatientInnen nicht leicht zu durchschauen. Manche Leistungen sind nur schwer durchzusetzen, und sie variieren stark je nach Bundesland und Krankenkasse.„
Erfreulich ist, dass die meisten Krankenkassen ihre Leistungen mittels Fragebogen dokumentierten: 25 Fragebogen wurden ausgeschickt, 18 Stellungnahmen kamen zurück.
Ergebnisse:
Erfreulich, dass das Bewusstsein über die Notwendigkeit einer umfassenden medizinischen Versorgung für LymphödempatientInnen offenbar vorhanden ist. Auch dass die stationäre Versorgung in darauf spezialisierten Einrichtungen erfolgen sollte, ist offenbar akzeptiert.
Bemängelt wird von der Lymph-Liga unter anderem, dass die stationäre Rehabilitation in manchen Länderkassen in nicht dafür spezialisierten Einrichtungen oder zeitlich eingeschränkt (z.B. zwei mal in fünf Jahren) bewilligt wird.
Manche Kassen gewähren die Behandlung nur nach Krebsoperationen, und verweigern damit die Anerkennung des primären Lymphödems.
Bei der ambulanten Rehabilitation wird die manuelle Lymphdrainage und nicht die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie bewilligt. Ebenso sind oft die Behandlungen mit z.B. maximal zehn Einheiten befristet, oder das Behandlungsausmaß ist zu gering ˆ z.B. 45 Minuten für zwei betroffene Beine. Ambulante Behandlungen (Manuelle Lymphdrainagen + Kompressionstherapie + Bewegungstherapie + Hautpflege) sind unbedingt lebenslang regelmäßig und in ausreichendem Ausmaß nötig.
Kompressionsbandagierungen werden derzeit ambulant für Therapeuten überhaupt nicht bezahlt; viele Patienten kommen mit einer guten ambulanten Therapie aus und brauchen nicht unbedingt eine stationäre Behandlung, daher ist die Bezahlung ambulanter Behandlung zumindest ebenso wichtig wie bei stationären Aufenthalten.
Bei der Versorgung mit Kompressionsteilen (Strümpfe, Strumpfhosen) wird oft nur die einfache Versorgung mit Kompressionsbehelfen (Waschen erfordert Wechseln und damit Doppelversorgung) zugestanden, mehrfach nur ein mal pro Jahr eine neue Kompressionsversorgung (diese ist aber nach spätestens 6 Monaten ausgeleiert).
Andere notwendige Hilfsmittel wie Anziehhilfen, Bandagierungsmaterial (Watte, Schaumstoff) werden kaum übernommen.
Zukunft. Die Österreichische Lymph-Liga strebt Mindeststandards für die Versorgung von Lymphpatienten an. ≥Die Versicherten sollen in ganz Österreich gut behandelt und versorgt werden!„ erklärt Präsident Prim. Döller das Ziel. Und er ruft auch Betroffene auf, von ihren praktischen Erfahrungen mit den Sozialversicherungen und Krankenkassen zu berichten. ≥Wir werden uns bemühen, Anregungen umzusetzen oder auch Ungerechtigkeiten in der Versorgungslage aufzuzeigen und abzustellen.„
Eine Ergebnistabelle zur Leistungsuntersuchung findet man auf der Homepage der Österreichischen Lymph Liga www.lymphoedem.at. Interessenten und Betroffene bekommen unter der Telefonnummer 0 26 72/84 473 bzw. unter info@lymphoedem.at alle Informationen über die Krankheit und Therapiemöglichkeiten.
Ergebnisse nach Krankenkassen
Zusammenfassung der Ergebnisse der Umfrage
Pressefotos
Information für die Redaktionen:
Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne die Zeitschrift der Österreichischen Lymphliga zu. Wir ersuchen um Ihre redaktionelle Unterstützung ˆ vielen Dank!
Für Rückfragen oder Fototermine kontaktieren Sie uns bitte jederzeit:
Pressebetreuung Mandl Texte, Hardeggasse 69-71/24/2, 1220 Wien, Tel. (01) 961 94 62, 0664/25 55 023, Fax: 961 94 63, E-Mail: office@mandltexte.at http://www.mandltexte.at (DVR:0975 656)
Fotos entnehmen Sie bitte auf der Pressefotos Seite von www.lymphoedem.at kostenlos für Ihre redaktionellen Zwecke!
Antworten
|