MEDIEN-INFORMATION
Österreichische Lymph Liga/Gesundheit/Soziales
Lymphödempatienten gegen "Fleckerlteppich"
Neben dem Leiden auch noch ungleiche Behandlung
Wien, 9.12.2009. Als "föderativen Fleckerlteppich≥ bezeichnet die Österreichische Lymph Liga (ÖLL), Interessensgemeinschaft der Lymphödem-Patienten, Ärzte und Therapeuten, die unterschiedlichen Leistungen der Bundesländer-Krankenkassen. Von Bundesland zu Bundesland müssen Lymphödem-PatientInnen unterschiedlich lange Behandlungszeiten oder chefärztliche Bewilligungsverfahren annehmen. Die Lymph Liga fordert endlich Gleichbehandlung.
Eine heuer veröffentlichte, im Mai recherchierte, Studie der Pädagogin und Physiotherapeutin Dr. Alice Maria Strassnitzky von der FH Campus Wien belegt die Missstände:
Nur in fünf Bundesländern (OÖ, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Wien) gibt es VertragsphysiotherapeutInnen, die direkt mit den Gebietskrankenkassen verrechnen können. Dort wiederum muss mit Wartezeiten von bis zu vier Monaten bis zur ersten Therapieeinheit gerechnet werden.
In den anderen vier Bundesländern erhalten die PatientInnen bloß eine Teilkostenrückerstattung.
Auch der Zeitpunkt, ab dem die Gebietskrankenkassen eine chefärztliche Bewilligung für die Verordnung notwendig erachten, variiert von Bundesland zu Bundesland.
Deutliche Unterschiede gibt es bei der Behandlungsdauer, die von den Krankenkassen zur Rückverrechnung anerkannt wird, sowie bei den Teilkosten-Rückerstattungen. Werden etwa in der Steiermark nur 8,06 Euro für 30 Minuten Behandlungszeit bezahlt, so werden in Salzburg 17,68 Euro rückerstattet.
Daher verwundert es auch nicht, dass Patienten mit der jeweils gleichen Diagnose in einem Bundesland die Behandlung bewilligt bekommen, in einem anderen wiederum nicht. Ebenso werden von ein und derselben Gebietskrankenkasse ähnliche Diagnosen ohne erkennbaren Grund gänzlich unterschiedlich gewürdigt.
"Wir werden nicht locker lassen, bis diese Ungerechtigkeiten beseitigt und einheitliche Leistungen erbracht werden", erklärt Lymph Liga-Präsident Dr. Bernhard Trusnovic. "Unsere Patientinnen und Patienten haben es aufgrund ihrer Krankheit ohnehin schon schwer genug. Sie dürfen nicht auch noch durch solche Ungleichbehandlung zusätzlich belastet werden".
Interessenten und Betroffene bekommen unter der Telefonnummer 0 26 72/84 473 bzw. unter office@lymphoedem.at und www.lymphoedem.at. alle Informationen über die Krankheit und Therapiemöglichkeiten.
Hintergrund:
So funktioniert das Lymphatische System
Das Lymphödem ist eine chronische Krankheit, die bis zur Elefantiasis, der extremen Schwellung und Deformierung von Gliedmaßen, reichen kann.
Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. Kommt es zu einer Störung des Abtransportes bzw. der Transportkapazität , bleibt die Flüssigkeit und das Eiweiß im Gewebe zurück und es entsteht eine Schwellung - das Lymphödem. Nach Brustkrebsoperationen tritt das Lymphödem auf ("sekundäres Lymphödem"), aber es gibt auch viele Fälle, bei denen die Krankheit schon von Geburt an besteht ("primäres Lymphöden") oder nach Verletzungen ausbricht. Die PatientInnen müssen oft ein Leben lang teure Kompressions-Maßstrümpfe und aufwändige Bandagen tragen und ebenso aufwändige Behandlungen über sich ergehen lassen.
Hier gehts zu einem ausführlichen Artikel zu diesem Thema:
http://www.lymphoedem.at/Fleckerteppich
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